Die Landgestüte: Baden-Württemberg

Foto Heiko Dobrick

Das Haupt- und Landgestüt Marbach in Baden-Württemberg mit seiner über 500-jährigen Geschichte, ist wohl eines der berühmtesten Gestüte der Bundesrepublik. Neben der Warmblutzucht und der Zucht von süddeutschen Kaltblutrassen, ist Marbach bekannt für seine Vollblutaraber-Stutenherden. 1932 übernahm das baden-württembergische Hauptgestüt die weltberühmte Vollblutaraberzucht des Gestüts Weil.

Inmitten des UNESCO-Biosphärengebiets Schwäbische Alb, liegen die historischen Gestütshöfe, die als kulturelles Erbe, Zentrum für Service und Veranstaltungen rund um Pferdezucht, Reiten und Fahren, in Baden-Württemberg bedeutsam sind. Die Umstellung der Landespferdezucht auf die Bedürfnisse der Sport- und Freizeitreiterei wurde Ende der sechziger Jahre mit dem Einsatz von ostpreußischen und englischen Edelpferden erfolgreich vollzogen. Das Trakehnerpferd hatte einen starken Einfluss auf die Württemberger Warmblutzucht, als es darum ging, vom robusten Arbeitspferd zum eleganten Sportpferd zu kommen. Heute weiden rund 40 Warmblutstuten und 20 Vollblutaraberstuten mit ihren Fohlen auf den Gestütswiesen und etwa 60 Hengste stehen den Züchtern im "Ländle" als Landbeschäler zur Verfügung.

Die 'silberne Herde' der herausragenden Marbacher Vollblutaraberzucht bringt gegenwärtig Pferde für den Freizeitbereich, für verschiedene Sparten der Reiterei, aber eben auch für den erfolgreichen Distanzsport hervor. Sie geht auf eine der ersten Reinzuchten außerhalb der Wüste zurück, der Araberzucht des königlichen Privatgestüts Weil, 1817 von König Wilhelm I von Württemberg gegründet. Diese basiert auf Originalimporten von arabischen Wüstenpferden und entwickelte sich zu einer Vollblutaraberzucht, deren Einfluss weit über die Grenzen Deutschlands hinaus ging und insbesondere bis nach Osteuropa reichte. Die in Marbach weitergepflegten Araberzuchtlinien sind weltweit die ältesten Linien, die sich auf Originalaraber zurückführen lassen und beeinflussten auch im 20. Jahrhundert die Zucht von Araberpferden weltweit. Araber wurden und werden durchaus auch immer noch, in nahezu allen Warmblutzuchten als Veredler eingesetzt. Der Anglo-Araber Ramzes war in der Westfalenzucht prägend, im Hannoveraner finden sich Weiler Blutlinien über den Araberhengst Amurath und auch in der Trakehnerzucht kamen zwei Hengstlinien, die auf Araber zurückgehen, stark zum Tragen. So führt das bislang weltweit teuerste Dressurpferd Totilas, Sohn des Trakehners Gribaldi, viermal den Vollblutaraber Fetysz im Pedigree. Schönheit, Ausdauer, Genügsamkeit und ein menschenfreundliches Wesen, machten diese Pferde auch in Europa seit jeher begehrenswert.

Das baden-württembergische Haupt- und Landgestüt Marbach spielt heute nicht nur in der Zucht von edlen Sportpferden und bei der Bewahrung von vom Aussterben bedrohten süddeutschen Kaltblutrassen eine tragende Rolle, sondern ist auch im Bildungs- und Wissenstransfer, zum Beispiel mit dem Kompetenzzentrum PFERD und der Landesreit- und Fahrschule, stark aufgestellt. Im touristischen Bereich hat Marbach ebenfalls eine Menge zu bieten, das reicht von Gestütsführungen und Museumsangebot, über Kutschfahrten, bis zu den alljährlichen Hengstparaden. Detaillierte Informationen zum Haupt- und Landgestüt Baden-Württemberg gibt es unter www.hul-bw.de

Haupt- und Landgestüt Marbach

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